Ökonomische Handlungsfelder von Frauen/Handwerk

From Eksa
Jump to: navigation, search

Vorheriges Kapitel: 2.4 Organisation des Environments

2.5 Handwerk

verfasst von Anja Fischer
Nachmittagstee. Foto: Anja Fischer.

Am späten Nachmittag, während des gemeinsamen Teetrinkens, erledigen Kel Ahaggar-Frauen handwerkliche Tätigkeiten. Wissen und Geschick kann öffentlich präsentiert, ausgetauscht und kommentiert werden. Jugendliche lernen dabei unter Aufsicht der Mütter handwerkliches Können zu entwickeln. Freizeit im europäischen Sinne ist nicht existent. Müssiggang wird von der sozialen Gruppe durchaus getadelt.

Inhalt

2.5.1 Lederarbeiten

  • Rinde zum Gerben von Häuten. Foto: Anja Fischer.
  • Ziegenhaut. Foto: Anja Fischer.

Beim Häuten eines Kleinviehs achtet man darauf, das dessen Haut nicht verletzt wird, sodass die Wasser- und Buttersäcke aus einem Stück gefertigt werden können. Zerkleinerte Rindenstücke dienen als Gerbmittel um die im Wasser eingelegte Haut leichter zu enthaaren. Die anschliessende Näharbeit zur Sackherstellung übernimmt eine Spezialistin. Nicht benötigte Ledersäcke und Häute verkaufen die Männer auf den Märkten der Oasen.

2.5.2 Holzarbeiten

Fertigung eines Holzgestells. Foto: Anja Fischer.

Aus Holz fertigen Nomadinnen zum Beispiel Zeltpfosten oder Gestelle für den Wassersack oder Vorräte. Die Frauen zeigen dabei mit ihren einfachen Werkzeugen viel Geschick. Sie legen Wert darauf, selbst das passende Holz auszusuchen.


2.5.3 Textilarbeiten

Reparatur von einem Stoffzelt. Foto: Anja Fischer.

Nomadinnen stellen ihre Kleidung nicht selbst her, sondern diese wird aus der Oase bezogen. Frauen tragen einen indigofarbenen Stoff (5x2 m) um den Körper gewickelt, der stark glitzert und abfärbt. Insbesondere bei Kinderkleidung führen Nomadinnen Flickarbeiten selbst durch. Alte Kleidung wird nicht weggeworfen, sondern zum Beispiel beim Zeltbau verwendet. Ein Asedekan (Stoffzelt) gilt als kühl und für die heissen Sommermonate bestens geeignet.


Nächstes Kapitel: 2.6 Erziehung


↑ Nach oben